Montag, 22. Oktober 2012

Kanumesse Nürnberg, Teil 2

Mit einem Jahr Verspätung melde ich mich wieder zur Kanumesse Nürnberg. Inzwischen ist die Kanumesse Nürnberg 2012 zur PaddleExpo mutiert, was ihre Internationalität unterstreichen soll. Auch in diesem Jahr ist  die Messe zumindest statistisch noch einmal etwas gewachsen aber gleichzeitig haben wir einige Firmen z.T. mit Bedauern vermisst. Darunter sind aus unserem Interessensgebiet World of Kayaks, KayakPro, Citius, Vayda, Reval Kayaks, Plastex und andere. Valley präsentierte eine auf Seekajaks begrenzte Palette, also keine Surfkajaks und auch kaum BIG DOG Whitewater kayaks. Necky war nur mit ein oder zwei Modellen vertreten. Tahemarine zeigte auffallend wenige Kayaks von Johan Wirsén. Offenbar gibt es wieder einen Richtungswechsel. Auffallend war auch, das in den Tahemarine Kayaks die Smarttrack Steueranlagen durch Eigenentwicklungen/Kopien ersetzt wurden.
Einer der größten Kajak Stände war der von Seabird designs. Erstmals von Kayak4You in 2009 in Deutschland eingeführt haben sich inzwischen mehrere Händler an diese Produkte gewagt und vertreiben diese zum Teil in Discounter-Manier. Das ist, wie bekannt, nicht unser Stil der statt dessen eine aufwändige Kundenbetreuung und Beratung beinhaltet.
Welhonpesä aus Finnland zeigte den in Deutschland sehr begehrten Star 630 nun in Carbon-Kevlar Ausführung und ein mit sehr viel Liebe zum Detail und Sachverstand entwickeltes Kinderboot "BAMBU". Wir konnten nicht widerstehen und haben beide Modelle direkt mit nach Greifswald gebracht.
Unser lieber Freund Mike Nelson hatte stolz eine Neuentwicklung der North Shore Palette an Seekajaks vorzuweisen, den North Shore OCEAN. Das Boot war so überzeugend, dass wir bereits in der ersten halben Stunde der Messe zwei Exemplare einkauften. Also, wer Interesse hat und die letzten warmen Tage im Herbst geniessen mag: Auf der Gristower Wiek gibt es die neuen Boote zu bewundern.
Bei den Zubehörfirmen fehlte diesmal die Fa. Smarttreck. Dafür waren Kayak Gear aus Spanien, Kajak Sport aus Finnland und Thule aus Schweden vertreten.
Unter den ganz exklusiven Paddelherstellern fiel uns Sara aus Schweden auf. Es machte großen Spaß mit ihr auf Schwedisch über ihre neue Firma BLACK LIGHT zu "snacken" und die wirklich grandiosen Grönlandpaddel, gefertigt in einer besonderen Technik in VollCarbon mit unglaublich dünnem Blatt und geringem Gewicht zu bewundern.

Dienstag, 27. September 2011

Kanumesse Nürnberg 2011, Teil 1

Die Verlagerung der Produktion von Kajaks ins Ausland ist nun schon seit einigen Jahren ein nicht mehr zu übersehender Trend.Viele Hersteller scheuen mittlerweile auch die weitesten Wege nicht. War bisher oft Osteuropa eine Quelle günstiger Produktion so geht inzwischen der Weg viel weiter. Ganz vorne an liegt China, wo bereits in 2007 Point 65 eine Fabrik aufbaute aber wo auch so renormierte Marken wie EPIC , Current Design, produzieren und natürlich Seabirddesigns. Auch die inzwischen vom Markt verschwundenen Cobolt Kayaks, eine norwegische Firma liess in China produzieren. Thailand entwickelt sich zur nächsten Hochburg im Kajakbau. Necky lässt dort laminierte Boote bauen und Tiderace und die dänische Firma Arrow Kayaks. Surfbretter kommen schon seit vielen Jahren fast ausschliesslich aus der thailändischen Fabrik COBRA. Auch auf Sri Lanka werden Kayaks für den europäischen Markt produziert und die schwedische Edelschmiede VKV lässt Holzleistenboote in Vietnam fertigen.
Jetzt scheint auch Valley Seakayaks das traditionsreiche Heimatland zumindest für einen Teil der Produktion zu verlassen. Aber keine Angst, Valley wäre nicht Valley wenn es da nicht einen eigenen Weg gäbe. So geht Valley nicht wie viele andere nach Osten sondern erst einmal behutsam nach Westen in ein Land, das weiniger durch Niedriglöhne von sich reden macht als immer wieder von neuen Technologien. Gemeint sind die USA. Valley hat begonnen zumindest versuchsweise Kajaks in einer neuen Technologie mit einem bisher in Seekajakbereich wenig bekannten Material fertigen zu lassen.

Dabei verlässt man sich nicht auf Zufälle sondern geht gleich zu der Firma, die auf diesem Gebiet  in den USA marktführend ist und schon seit vielen Jahren Kajaks in dieser Technologie für den amerikanischen Markt produziert. Die Firma heisst EDDYLINE!

Eines der ersten in USA gebauten Valley Seakajaks, ein Avocet ist ab sofort in Riemserort an der Gristower Wiek zu besichtigen.


Die Gristower Wiek entwickelt sich zielstrebig zur "Innovation Bay" im Seekajakbereich. Hier wurden zuerst Tahe Kayaks vorgestellt als der Name Tahemarine noch kein Begriff war, hier wurden erstmalig Kayaks der ursprünglich schwedischen Marke Zegul vorgestellt als noch niemand in Deutschland den Namen gehört hatte und hier wurden erstmalig Seabirdkayaks für den deutschen Markt angeboten. Aus der Valley Manufaktur wurde bereits im August 2010 der Prototyp des Northshore Atlantic in PE vorgestellt der Avocet in VCP ist nun eine weitere Innovation und  die estländische Firma World of Kayaks ist ab sofort erstmalig in Deutschland und an der Gristower Wiek vertreten.
World of Kayaks?? nie gehört? Nun dahinter versteckt sich eine alte estländische Kajakfirma mit jahrelanger Erfahrung. Der jetzige Betreiber ist ein Enkel des Gründers der Firma Tahe Kajaks, aus der vor einigen Jahren durch Übernahme (durch 2 Manager) die Firma Tahemarine hervorging. Damit nicht genug: World of Kayaks ist auch Produzent der Reval Kayaks mit Firmensitz in Mölndahl in der Nähe von Göteborg.  Wo kann man also in der neuen Saison die Reval Kajaks probepaddeln? Natürlich in der Gristower Wiek, "The Innovation Bay" of Germany.

Reval Kayaks mit den Modellen Energize, Cruiser, Commander type-S und Extreme Type S (weisse Boote links) und die neuen World of Kayaks Boote (hier in schwarz) auf der Kanumesse Nürnberg 2011.

Donnerstag, 15. September 2011

Im Osten viel Neues! Valley Aquanaut, Avocet, Nordkapp und Etain am Greifswalder Bodden

Es gibt viele Gründe sich für ein laminiertes Seekajak zu entscheiden und es gibt ebenso viele ein Kajak aus PE zu wählen. Unter den Argumenten die für ein PE Boot sprechen hören wir immer wieder dass man in einem PE Boot einer Berührung mit Steinen entspannter entgegen sieht da dann kein Gelcoat verkratzt und keine Faser frei gelegt werden kann. Verleiher setzen nicht ohne Grund auf PE Boote, jedenfalls die meisten. Zu dem Gefühl der Entspannung trägt aber nicht nur das Material bei.
Wir haben bei all unseren Booten von Valley die Beobachtung gemacht, dass sie ausserordentliche "Performance" mit ausgesprochener Gutmütigkeit paaren und somit Anfängern wie Experten ein entspanntes Paddeln erlauben.
 Manch einer wird zum ersten Mal erfahren, dass man selbst in über 5 Meter langen Booten kein Steuer benötigt, wenn die Boote entsprechend konstruiert sind. Valley Kayaks sind so konstruiert und deshalb werden wir ab sofort unsere Verleihflotte Zug um Zug mit diesen Kajaks aufrüsten.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist dabei der für 2011 neu entwickelte ETAIN. Probiert es einfach mal selbst. Die Gristower Wiek, der Strelasund oder der Greifswalder Bodden laden dazu ein.

Tiderace Xcape -- attraktive Boote für Geniesser

Tiderace entwickelt Kayaks nur für Experten? Tiderace gehört zur Oberklasse im Kajakmarkt? Nein so einfach ist die Welt nicht mehr. Für den ambitionierten Einsteiger im Kajakfahren, der  gern auf Flüssen und Seen paddelt aber auch die Option für die Küstennahen Regionen der Ostsee haben möchte, hat Tiderace nun eine neue Serie entwickelt, genannt Xcape. Die Boote kommen in drei verschiedenen Größen auf den Markt. Die Boote haben einen deutlichen Kielsprung und sind recht leicht zu steuern. Auf den Bildern zu sehen ist der Xcape-S. Vom Volumen her ist er deutlich größer als etwa ein Xplore-S. Die Boote sind alle mit dreifacher Abschottung ausgestattet und haben eine leicht zu erreichende kleine Luke vor dem Cockpit. Preislich liegen sie mehr als 20 % unter den übrigen Tiderace Kayaks.

alles "Easy" -- als der Tiderace Container aus Thailand ankam

Ende Juli erreichte uns ein Container mit TIDERACE Kajaks direkt aus Thailand.

Endlich war er da, viel zu spät aber dennoch mit Spannung erwartet. Ein Bolzenschneider war gefragt aber was macht so ein Ungetüm von Werkzeug in einem Kajaklade?  Wofür? Nun der Container liess sich erst nach Durchtrennung eines bleistifftdicken Bolzens öffnen, der die Türen auf dem Langen Seeweg versiegelte. Eine Alternative musste her und fand sich bald in Form eines Winkelschleifers.
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Fleißige Helfer hatten sich eingestellt und so schafften wir es, den gesamten Container innerhalb von 30 Minuten auszuräumen.




Einige Boote wurden gleich wieder umgeladen, da ein paar Kunden gleich mit neuem Boot in den Urlaub wollten.



Die Verpackung der Boote ist schon eine Ingenieurleistung in sich. Zu jedem Kajak-Modell war eine passende Einlage für die Kartons gefertigt und die Kartons selbst waren ausserordentlich stabil.
Ein großes Dankeschön unseren Freunden Jan-Tjark und  Thomas für für ihre Hilfe!

Sonntag, 21. August 2011

Neues Leben nach Blaualgenvergiftung -- Kira schafft es!

Auch in der zweiten Woche will Kira nichts fressen, ist weiterhin sehr gedämpft. Doch dann fliegen Kraniche über die Gristower Wiek. Kraniche, die Vögel des Glücks! Unwillkürlich muss ich daran denken ob sie auch Kira Glück bringen.

Seit Montag ist unser Hundchen nicht mehr am Tropf, eine Erleichterung für  uns alle.
Nach 11Tagen beginnt Kira ganz langsam etwas Nahrung zu sich zu nehmen, zunächst nur soviel wie ein Teelöffel voll aber immer hin. Am Tag drauf wird es etwas mehr, dann endlich am Donnerstag wird ihr Interesse für Hähnchen langsam wach, sie isst wenige Stückchen, sehr langsam und bedächtig. Am Freitag sind wir erneut in der Klinik. Wieder wird ein Blutbild gemacht und ein Ultraschall. Die Leber ist deutlich zu erkennen, zwar mit einigen Löchern aber der Tierarzt ist nun endlich zuversichtlich. Auch die Laborwerte sind besser geworden, nur die roten Blutkörperchen sind leicht abgesunken. Jetzt wird unser Hundchen von Tag zu Tag wacher. Der Appetit kommt zurück und ihr typischens Verhalten, das Beobachten von Vögeln stellt sich wieder ein.

Wir können langsam zur Normalität zurückkehren. Unser nächster Bericht wird wieder über Kajaks sein.
Wir haben viel dazu gelernt. Wir wissen jetzt,wie gefährlich Cyanobakterien für Hunde sein können. Im Gespräch mit dem Tierarzt erfahren wir, dass ein Spezialist an der Universität Frankfurt herausgefunden hat, dass Hunde auf das Gift der Cyanobakterien wesentlich empfindlicher reagieren als der Mensch.
Es bleibt noch viel zu tun diese Erkenntnisse in das Bewasstsein der Bevölkerung zu tragen. Verharmlosen wäre grundfalsch. Die Bereitschaft zur Aufklärung bei Behörden hält sich sehr in Grenzen oder ist nicht existent.
Deshab hier unser kleiner Versuch mit dieser Geschichte von Kira.
Uns so sieht es am Strand aus, wenn Cyanobakterien (Blaualgen) in höherer Konzentration auftreten:
Wenn der Strand so verfärbt erscheint, darf kein Hund ins Wasser! 
Dieser schleimige Belag enthält Cyanobakterien die  hochwirksame Lebergifte produzieren können.
Schütze deinen Hund und mache andere Hundebesitzer auf die Gefahr aufmerksam!








Samstag, 13. August 2011

Überleben nach Blaualgenvergiftung -- die Leidensgeschichte von Setterhündin Kira

Diese fröhliche, vitale Setterhündin noch am Samstagmittag den 06. August, dieses lethargische Wesen am selben Abend! Kira kommt bis Freitag von Tropf nicht los. Am Dienstag hat nach inneren Blutungen die Vitamin K Unterstützung eingesetzt. Am Mittwoch sind die Erythrozyten trotzdem bedenklich abgesunken.
Ein kräftiger Molosser aus der Greifswalder Doggen-Nothilfe wird zum Lebensretter und spendet 250 ml Blut, das in Kira transfundiert wird. Danach ist sie völlig down. Die Sorgen reißen nicht ab. Wir haben wieder eine schlaflose Nacht die wir zum Teil mit Recherchen nach Veröffentlichungen über Blaualgenvergiftungen verbringen. Am Donnerstag hat sich sehr viel Flüssigkeit in Kiras Bauch angesammelt. Es ist zum Glück nicht mit Blut vermischt. In der Klinik wird eine Ultraschalluntersuchung gemacht. 

Die Leber ist dramatisch geschrumpft aber einer der Laborwerte beginnt ganz langsam besser zu werden. Entwarnung? Nein, dazu kann sich die Ärztin nicht entschließen. Kira nimmt keine Nahrung zu sich. Wovon soll sich die Leber regenerieren? Erneut jagen wir nach einem Präparat, das die nötigen Aminosäuren liefern soll und werden dabei freundlich unterstützt von der Notaufnahme des Klinikums Greifswald. Verzweifelt hatten wir versucht dieses Präparat über eine Apotheke zu bekommen.
Freitag in der Klinik. Kira hat auf dem Weg  dorthin zum ersten Mal wieder auf ihre finnischen Schlüsselworte reagiert. "Lintu" (Vogel) oder "orrava" (Eichhörnchen), da verdrehen sich kurz aber müde ihre Augen und lassen statt Weiß nun Gelb schimmern. Wieder werden Laborbefunde erhoben. Diesmal lohnt sich das Warten. 
Die Leberwerte sind deutlich besser geworden und das Immunsystem scheint wieder ganz langsam in Gang zu kommen. Kira verlässt die Klinik zwar schwankend aber immerhin auf eigenen Beinen! Jeder in der Klinik will, dass sie durchkommt. Immerhin wäre sie dann die einzige von 5 Fällen. In der Nacht wurde schon wieder ein Hund mit Verdacht auf Blaualgenvergiftung eingeliefert.
Am Freitagnachmittag bestätigt das Gesundheitsamt Greifswald das Vorkommen von Blaualgen an der Insel Riems und am Strand von Eldena. Es bestehe auf Grund der geringen Konzentration jedoch keine Gefahr für Menschen. Ich kann keinen Hinweis auf die Gefahren für Hunde entnehmen und entschließe mich, noch in der Nacht einen Leserbrief an die OZ zu verfassen. Am Samstagmorgen ist er online: (http://www.ostsee-zeitung.de/leserbriefe/index_artikel_komplett.phtml?param=news&id=3207669
und in verkürzter Form in der Samstagsausgabe zu lesen.
Samstag:
Kira nimmt keine Nahrung zu sich, selbst nicht ihre Lieblingsspeise Hähnchen. Aminosäuren und andere Medikamente müssen nun oral verabreicht werden. Die Beinchen müssen sich vom vielen Stechen erholen. Es gilt weiterhin Daumen drücken!